Dominante Erbgänge:

Von dominanten Erbgängen spricht man, wenn der Farbschlag direkt (ganz oder teilweise) von den Eltern auf die Jungen vererbt wird.
Dunklere Farben werden dabei die helleren überdecken. Reinerbige Eltern werden nur wieder reinerbige Junge der gleichen Farbe haben.

Hatten die dominant vererbenden Eltern aber Vorfahren mit rezessiven Erbgängen, so sind sie dominant spalterbig und können ihre Spalterbigkeit weitergeben.

Dominante Farben sind z.B. Wildfarben und Dominant Silber ( von rezessiv silber durch die üblicherweise schwarzen Augen zu unterscheiden!).

Auch dominant sind Schecken, wobei sich die Dominanz unter Umständen nicht im gesamten Gefieder, sondern nur in Teilbereichen des Körpers (wenige hell gefärbte Stellen im Kopfbereich) äußert. "Kopffleckschecken" sind Nymphensittiche, die von ihren Eltern (i. d. R. wildfarben oder zimt und gescheckt) die dominante Gefiederfarbe als überwiegende Farbe mitbekommen haben und bei denen die Scheckeneigenschaft visuell sichtbar nur durch unterschiedlich kleine helle Flecken auf dem Kopf ist.
Deshalb werden Schecken in der Literatur auch häufig als "teildominant" bezeichnet.

Beispiele für einen dominanten Erbgang:

1,0 wildfarben x 0,1 wildfarben = wildfarben 100%
1,0 wildfarben Kopffleckschecke  x 0,1 wildfarben Kopffleckschecke  = wildfarben Kopffleckschecke  50%, wildfarben 25 % und Schecke wildfarben 25%



Rezessive Erbgänge

Rezessive Erbgänge liegen vor, wenn ein Farbschlag "versteckt" weitergegeben wird: d.h., dass die Jungen zwar nicht die rezessive Farbe zeigen, sie wohl aber im Erbgut vorhanden ist. Treffen nun Eltern zusammen, die beide die gleiche rezessive Farbe im Erbgut haben (man spricht hierbei von Spalterbigkeit), so wird die rezessive Farbe bei deren Nachwuchs anteilig in Erscheinung treten, je nachdem, welches Chromosom ( X oder Y) der Träger der Farbe ist (Erklärung zu den Chromosomen unter "geschlechtsgebundene Erbgänge").

Rezessive Erbgänge liegen bei Weißkopf, Silber, Falbe und Albino vor.
Bei rezessiven Erbgängen können auch Weibchen spalterbig sein!

Hinweis:
eine Farbbezeichnung, die nach dem Schrägstrich eine weitere Farbe hat, bedeutet im Fachjargon, dass eine Spalterbigkeit vorliegt:
wildfarben/zimt = ein wildfarbener Nymphensittich, spalterbig in zimt.

Beispiele für einen rezessiven Erbgang:
1,0 wildfarben x 0,1 Weißkopf = wildfarben/ Weißkopf 100%
1,0 wildfarben/Weißkopf x 0,1 Weißkopf = wildfarben/Weißkopf 50%, Weißkopf 50 %
1,0 wildfarben / Weißkopf x 0,1 wildfarben / Weißkopf = wildfarben / Weißkopf 50%, wildfarben 25% und Weißkopf 25%



geschlechtsgebundene Erbgänge:

Bei der geschlechtsgebundenen Vererbung liegt der Farbschlag jeweils auf dem X-Chromosom, nie aber auf dem weiblichen Y: d. h. dass Weibchen in den geschlechtsgebundenen Farbschlägen auch nie spalterbig sein können, da die Farbe auf ihrem (einzigen) X liegt. Hat also ein Weibchen den geschlechtsgebundenen Farbschlag zimt auf seinem X mitbekommen, dann wird es auch zimtfarben aussehen.

Bei einem Zimthahn befindet sich auf beiden Chromosomen das Zimt-Gen, bei einem wildfarbigen Hahn, der spalterbig in Zimt ist, liegt das Zimt-Gen nur auf einem der beiden X-Chromosomen; deshalb ist die Farbe Zimt nicht in seinem Gefieder sichtbar.

Geschlechtsgebundene Erbgänge finden statt bei den Farben Zimt, Geperlt, Lutino und Gelbwange.

Beispiele für geschlechtsgebundene Vererbung:
1,0 zimt (reinerbig) x 0,1 zimt = zimt 100%
1,0 wildfarben / zimt x 0,1 zimt = zimt 50% (= 1,0 und 0,1), wildfarben / zimt 25% (= 1,0) und wildfarben (reinerbig) 25% (= 0,1)
1,0 wildfarben / zimt x 0,1 wildfarben = wildfarben (reinerbig) 50% (= 1,0 und 0,1), wildfarben / zimt) 25% (= 1,0) und zimt (reinerbig) 25% (= 0,1)

Gilt für die Farbschläge Zimt, Lutino, Geperlt und Gelbwange.

Achtung: bei den geschlechtsgebundenen Erbgängen können Hennen NIE spalterbig sein, weil das die sichtbare Farbe bestimmende Merkmal ausschließlich auf dem X-Chromosom liegt - und da Hennen (siehe unten) nur über 1 diesbezügliches X-Chromosom verfügen, wird die Farbe, die geschlechtsgebunden vererbt wie zimt, lutino, geperlt, Gelbwange auch bei ihnen immer sichtbar sein.

Wie eingangs erwähnt, hat – anders als bei den Menschen, wo XY für männlich und XY für weiblich steht) – bei den Vögeln der Hahn zwei X-Chromosomen (also XX) und die Henne ein X- und ein Y-Chromosom (also XY):
Von einer geschlechtsgebundene Mutationen spricht man dann, wenn die farbbestimmenden Gene und geschlechtsbestimmenden Chromosomen „eine Einheit“ bilden.

 
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