Gründe für eine Handaufzucht können sein:
 Die Eltern füttern die Jungen nicht  oder nur teilweise
 Die Eltern verletzen oder rupfen die Jungvögel
 Ein Elterntier verstirbt und die Aufzucht ist nicht gewährleistet
 Ein Gelege hat viele Jungtiere, so dass die Eltern nicht alle Jungen aufziehen können
 Es werden zahme Jungtiere gewünscht
 Bei seltenen Arten, wenn durch Umwelteinflüsse, z.B. Kälte, die Eltern das Gelege oder die Jungen verlassen
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Was braucht man alles für eine Handaufzucht?
Handaufzuchtfutter: es gibt gute Fertigmischungen, die aber nicht so billig sind.
Spritze oder gebogener Löffel ( ich selber verwende eine Spritze)
kl. Schüssel oder Glas (mikrowellengeeignet)
Küchenrolle oder WC-Rolle, um die Jungen zu reinigen
Mixer (nicht unbedingt, aber wenn die Jungen größer werden, um z.B. Obst zum Brei zu mischen)
Waage zur Gewichtskontrolle (mit Grammanzeige)
Mikrowelle ( zum Erwärmen, aber Vorsicht führt schnell zu Verbrennungen)

 

Genauere Beschreibung:

 

Beim Futter für die Handaufzucht ist von Eigenmischungen abzuraten, die richtige Zusammensetzung wäre meist nur schwer herzustellen. Am geeignetsten sind extra Produkte zur Handaufzucht von Papageien (z.B. Nutribird,Roudybush Formula 3..). Wenn Sie dieses Futter nicht im Zoofachhandel oder bei Züchtern in der Nähe auftreiben können, wenden Sie sich an uns . Zum Überbrücken kann eingeweichter Zwieback oder eingeweichte Semmel hilfreich sein, allerdings ist dies auf Dauer nicht ratsam, da die Inhaltstoffe nicht ausgewogen und auf die Bedürfnisse der Vogelkinder abgestimmt sind.
Der Aufzuchtbrei muss vor jeder Fütterung neu gemischt werden, da er sehr schnell verdirbt.
Bei sehr jungen Küken oder bei Vögeln kleinerer Arten empfiehlt es sich, das Futter eher flüssiger als zu fest anzurühren. Abgekochtes Wasser oder ein Tee (z.B. Fencheltee) wäre zum Anrühren geeignet. Die Temperatur sollte hierbei bei etwa 38-39 Grad haben, da zu kaltes Futter zu Verdauungsstörungen führen kann oder Futter, das zu heiss ist, zu Verbrennung im Kropf, was tödlich enden kann, führt. Wird eine Mikrowelle verwendet, muss auf Hitzenester geachtet werden. Mit dem Handrücken lässt sich die Temperatur schon mal ganz gut vortesten, zuverlässiger ist aber ein Thermometer.
Jungtiere, die vom Ei an aufgezogen werden, müssen anfangs ca. alle 1-2 Stunden gefüttert werden, später beträgt der Abstand zwischen den Fütterungen meist 3-4 Stunden. Man sollte den Kropf des Vogels abtasten, um den richtigen Fütterungszeitpunkt zu bestimmen, denn Futterreste können im Kropf schlecht werden und zu Kropfentzündungen führen, da schlecht gewordenes Futter säuern kann. Diese Säuerung ist dann recht agressiv und belastet den Jungvogel sehr stark.
Zur Fütterung verwenden ich am liebsten eine Einlaufspritze, bei älteren Tieren kann ein zurechtgebogener Löffel eingesetzt werden, was ich allerdings nicht mache, da ich bis zum Selbständigwerden die Spritze verwende. Betreffend der Futtermenge sollte man auf den Kropf des Vogels achten und nicht den Kropf zu voll zu füttern, denn dies kann zu einer Überdehnung desselben führen, lieber kleinere Mengen und dafür öfter ist meine Devise.
Nach jeder Fütterung müssen die Küken selbst und alles, was verwendetet wurde, einer gründlichen Reinigung unterzogen werden. Hierbei ist, wie überhaupt bei der ganzen Handaufzucht, auf peinliche Hygiene zu achten, da die Abwehr von Vogelkindern nicht sehr groß ist. Abkochen der verwendeten Futterspritze ist nach jeder Fütterung anzuraten, manche verwenden nach jeder Fütterung eine neue Spritze, dies finde ich aber nicht notwendig. Hilfreich für die Sauberhaltung der Küken kann eine Halsmanschette bei der Fütterung sein, die nach der Fütterung einfach wieder entfernt wird.
Die Verdauung bereitet vor allem bei frisch geschlüpften Küken öfters Sorgen. Fenchelkümmeltee leistet hier immer wieder gute Dienste, wenn es um das Anregen der Verdauung geht, auch eine Massage kann hier sehr viel helfen. Darmbakterien sind leider nicht jedem Handaufzuchtfutter zugesetzt und müssen dann dem Futter zugesetzt werden, bitte also genau die Zusammensetzung anschauen. Dies ist besonders bei sehr jung begonnener Handaufzucht notwendig, da ansonsten die Vogeleltern die Darmbakterien bei der Fütterung übergeben.
Je nach Art sollten nach einigen Wochen vermehrt Futtersaaten, Körner, Obst und Gemüse angeboten werden. Viele Tiere nehmen anfangs gerne gequollene Saaten, da sie besser geschält und leichter verdaut werden können. Leider muss hier darauf hingewiesen werden, dass hierbei die Schimmelbildung eine Gefahr sein kann. Besonders gelbe Kolbenhirse wird von Vogelkindern gerne als Einstiegsfutter genommen. Futtersaaten sind beim Beginn der Selbständigkeit erst einmal zum Spielen da bevor sie dann als Nahrung dienen können. Denn Körner zu enthülsen will gelernt sein und Obst muss man auch erst mal kennen lernen. Hierbei tun sich Vögel, die als Geschwister aufwachsen, leichter, weil einer vom anderen lernt. Um die Vogelkinder zu entwöhnen, kann man mit Brei von z.B. Äpfeln oder Bananen nachhelfen. Hierbei muss man die Breimenge des Handaufzuchtfutters verringern. Bei der Entwöhnungsphase muss man sehr genau auf das Gewicht der Jungvögel achten. Durch Flugübungen und die vermehrte Bewegung ist allerdings eine Gewichtsreduzierung normal.
Bei der Handaufzucht ist auch auf die Temperatur zu achten. Nicht immer muss hierbei ein Brutgerät eingesetzt werden.
Je nach Alter der Vögel sollte sie langsam auf die normale Zimmertemperatur angeglichen werden.
Je jünger die Vögel sind, um so höher muss die Temperatur gehalten werden. Die Luftfeuchtigkeit sollte um die 60% betragen. Anzumerken ist auch noch, wenn ein Tier allein zur Handaufzucht kommt, sollte ein besonderes Augenmerk auf die Sozialisation gelegt werden. Hierbei können artgleiche Tiere eine große Hilfe sein.
Man muss bei der verwendenten Handaufzuchtfuttersorte gut auf die Zusammensetzung achten, denn sonst kann es böse Überraschungen geben.
Auf dem Buchmarkt gibt es mittlerweile einige Bücher, die sich mit dem Thema Handaufzucht beschäftigen, sie können zur Veranschaulichung und bei der Klärung mancher Fragen eine Stütze sein

 

 

Mehr zur Handaufzucht unter : www.vogelfreundeborken.de

 

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