Nymphensittich Partnerschaft, Brut und Nachwuchs / Übersicht

In dieser Abteilung finden Sie umfangreiche Informationen über die Brut bei Nymphensittichen und allem was dazu gehört.

Gelegegröße: Etwa 3-6 Eier, in Ausnahmen auch mehr.
Legeabstand: Die Henne legt im Abstand von zwei Tagen bis das Gelege voll ist. Die Küken schlüpfen dann aber häufig in engeren Abständen
Brutdauer: Nach 18 Tagen schlüpft das erste Küken. Manchmal wird erst ab dem zweiten oder dritten Ei gebrütet.
Ausfliegen der Küken: Nach etwa 30-33 Tagen Nestlingszeit fliegen die Küken fast zeitgleich aus.
Selbstständigkeit: Das ist unterschiedlich, je nach Anzahl der Küken. Um sicher zu gehen, sollte man den Nachwuchs erst im Altern von 12 Wochen von den Eltern trennen.
Anzahl der Bruten: In der Natur ziehen Nymphensittiche je nach klimatischen Bedingungen bis zu drei Bruten erfolgreich groß. Es gibt auch Jahre, in denen gar nicht gebrütet wird.
Gesetzliche Anforderungen: Für die Zucht von Papageien und Sittichen braucht man in Deutschland eine Zuchtgenehmigung. Diese ist auch erforderlich, wenn Sie die Küken behalten wollen oder das Paar nur einmal brüten soll
Brut und Zucht

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ein Ei - was soll ich denn jetzt tun?


Als Erstes: Ruhe bewahren!

als Zweites: es kommen bestimmt noch mehr!

als Drittes: wenn die Möglichkeit besteht, dass sie befruchtet sind > sofort Kunststoffeier (z.B. aus unserem NL-Shop) besorgen!



Nymphensittichweibchen legen in der Regel im Abstand von 2 Tagen ihre Eier. Ein vollständiges Gelege umfasst im Schnitt 4 Eier, es können bei besonders engagierten Hennen aber auch durchaus mal 6-7 oder noch mehr Eier werden (11 Stück ist die bisher höchste Zahl, die wir von einem Gelege kennen) .
Um Eier zu legen, ist nicht unbedingt ein Partnervogel notwendig: auch eine Henne ohne Hahn kann Eier legen, wenn sie meint, es tun zu müssen.
Spätestens nach dem 1. Ei solltest Du Dich fragen:
besteht die Möglichkeit, dass das Ei befruchtet ist?
Wenn ja, dann solltest Du, sofern Du nicht im Besitz einer Zuchtgenehmigung oder Ausnahmegenehmgung bist (die in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben ist!) die Eier gegen künstliche Eier austauschen. Alternativ kann man die Eier auch abkochen.
"Aber einmal Küken haben, das wäre doch ganz nett?"
Dann solltest Du Dir unbedingt über die Punkte hier Gedanken machen ...

Wenn nein, weil z.B. die Henne keinen männlichen Partnervogel hat und auch im ganzen Schwarm kein Hahn vorhanden ist und es somit absolut sichergestellt ist, dass die Eier unmöglich befruchtet sein können, ist es nicht notwendig die Eier auszutauschen.

Ich weiß es nicht ..., dann würden wir Dir ebenfalls dringend an's Herz legen, die Eier auszutauschen!

Bis ein Gelege vollständig ist, können durchaus 2 Wochen vergehen. In dieser Zeit brütet die Henne noch nicht fest, d.h. sie verlässt ihr Gelege zwischendurch. Sind alle Eier gelegt, wird sie das Gelege außer zum Fressen und Koten, nicht mehr verlassen. Hat die Henne einen Partner, wechseln sich die Nymphensitticheltern normalerweise ca. im 12-Stunden-Rhythmus ab.

Für die Henne ist eine umfassende Mineral- und Kalkversorgung während der Eiablage und in der Brutphase enorm wichtig, da das Eierlegen sehr anstrengend und Kräfte zehrend ist. Stehen ihr nicht in ausreichendem Maße die benötigten Mineralien zur Versorgung, kann dies für die Henne durch Unterversorgung mitunter sogar sehr gefährlich werden.

Auch die Konsistenz des Kotes verändert sich, da Nymphensittiche allen Kot während der Stunden des Brütens sammeln und ihn dann erst abgeben. Sie beschmutzen niemals ihr Nest. Dieser Sammelkot ist um einiges flüssiger und geruchsintensiver als normaler Kot. Auch die Menge ist enorm und manch einer wundert sich, dass in den kleinen Körperchen so viel Kot angesammelt werden kann!

Die Eier werden nun ca. 21 Tage hingebungsvoll bebrütet und das Gelege auch entsprechend verteidigt. Gegen jeden und alles! Manch einer hat sich schon sehr gewundert, dass auf einmal aus seinem lieben Nymphensittich eine aggressive, beißende (bis das Blut tropft) kleine Furie geworden ist. Aber auch das ist normal und spätestens wenn das Brutgeschäft erledigt ist, wird der Nymphy wieder so sein wie vorher.

Ca. 21 bis 25 Tage, nachdem die Henne fest mit dem Brüten begonnen hat (erkennbar daran, dass sie und ihr männlicher Partnervogel andauernd auf den Eiern sitzt) wird das Interesse an den Eiern normalerweise nachlassen. Es kann binnen Stunden sein, dass die ehemals so sehr verteidigten Eier überhaupt nicht mehr interessant sind. Für uns heisst das: das Brutgeschäft ist erledigt und die Eier können ersatzlos entfernt werden.
Hennen oder Paaren, die zu diesem Zeitpunkt immer noch brüten, sollten die Eier gelassen werden, aber sie sollten dann doch nach spätestens einer weiteren Woche, selbst wenn keine erkennbare Verhaltensänderung aufgetreten ist, entfernt werden.

Anschliessend ist es sinnvoll, den Käfig neu zu gestalten und den Nymphensittichen viel Abwechslung zu bieten.

Oft ist zu beobachten, dass die Nymphensittichhenne (auch der Hahn) anschließend fressen wie die Irren. Auch das ist normal, denn Brüten ist anstengend und meist reduziert sich die Futteraufnahme in dieser Zeit auf das Notwendigste.
Unsere Diva-Jezzy, deren Normalgewicht als Standard-Nymphensittich normalerweise zwischen 128 und 138 g liegt, hatte nach ihren letzten Brutzyklen jeweils "nur noch" um die 113 Gramm - prozentual gesehen hatte sie also immens an Gewicht verloren!

ich hätte so gerne Küken




Überlegungen zum Nachwuchs:

Natürlich reizt der Gedanke, kleine Nymphensittichküken in der eigenen Wohnung und als Babies der eigenen Lieblinge aufwachsen zu sehen,
und auch den Satz "ach, nur das eine Mal" sowie "die bleiben bei mir" oder "ich weiß schon, wohin damit ..." kennen wir zur Genüge

ABER ....
wer denkt daran, dass bei der Aufzucht auch etwas schief gehen könnte?
was passiert, wenn die Altvögel ihre Küken nicht oder nur unzureichend füttern?
was passiert, wenn die Küken von den Eltern blutig gerupft werden?
was passiert, wenn sich die Eltern überhaupt nicht um die Kleinen kümmern?

Dann ist guter Rat teuer, denn die kleinen Würmchen sind auf uns angewiesen.
Es bedarf einer speziellen Nahrung und einer Rund-um-die-Uhr-Fütterung, damit die Küken auch nur ansatzweise eine Überlebenschance haben. Und selbst dann kann noch so unendlich viel schief gehen...

Und weitere Überlegungen sind anzustellen ...
Wohin kann ich die Kleinen abgeben?
Diese Frage stellt sich leider nach unseren Erfahrungen meist erst dann, wenn aus den kleinen Küken große Nymphensittiche geworden sind und man feststellt, dass ...
Sie sollte aber ganz am Anfang gestellt werden!
Denn wilde Nymphensittiche z.B. ziehen im Jahr 2 - 3 Bruten groß mit im Schnitt 4 Jungvögeln. Nun bedenke, dass auch aus den Küken Erwachsene werden (dauert ca. 1 Jahr) und rechne mal hoch, wieviele Nymphies sich bald in Deinem Heim tummeln?
Nur wenige von uns Haltern haben die Möglichkeit den Nachwuchs zu behalten und die Tierheime sind voll ...
Und was machst Du, wenn die Küken alle ein Geschlecht haben, oder die Mehrzahl davon?
Wärst Du bereit und auch in der Lage (räumlich, finanziell), noch weitere Nymphensittiche dazuzuholen, um der harmonischen Paarbildung eine Chance zu geben?
Hast Du an die Verantwortung gedacht, die Du übernimmst mit dem neuen Leben für ein langes Leben?
Hast Du die Kosten berücksichtigt?
Nicht nur die für eine größere Voliere oder einen größeren Käfig oder die für Futter, Einstreu etc, sondern auch die, wenn ein Piepser krank wird und der Tierarzt aufgesucht werden muss? Das geht schnell an oder in die Hundert Euro!
und zu guter Letzt nochmals der Hinweis: In Deutschland ist das Ausbrüten lassen von Nymphensitticheiern ohne Zucht- oder Ausnahmegenehmigung nicht erlaubt und eine Beringung Pflicht!

Deshalb unser gutgemeinter Rat: das Ausbrütenlassen von Eiern sollte wirklich wohl überlegt sein und die Aufzucht von Nymphensittichküken sollte unbedingt nur in der Obhut oder "Reichweite" von erfahrenen Nymphensittichzüchtern erfolgen!

Verhütung und "Geburtenkontrolle"

Wenn es so einfach wäre ...

ja, es IST einfach, wenn man weiß wie!


Dazu möchten wir Euch hier die notwendigen Tipps und Infos geben sowie sagen, was sinnvoll und machbar ist und was nicht.


Verhindern, dass sich die Nymphies treten (paaren)?
völlig illusorisch und nicht machbar!


Verhindern, dass Eier gelegt werden?
völlig illusorisch und nicht machbar!


Verhindern, dass Eier ausgebrütet werden?
Ja, machbar!
echte Eier gegen Plastikeier austauschen?
ja, sehr sicher!
Eier abkochen und wieder unterlegen?
ja, relativ sicher wenn sie lange genug gekocht werden
Eier anstechen und wieder unterlegen?
nein, keine sichere Methode; wir kennen Fälle, in denen sich doch Küken entwickelten!
Die Gefahr von Mißbildungen oder kranken Küken ist bei dieser Methode sehr groß!
Eier einige Zeit in den Kühlschrank legen und wieder unterlegen?
nein, absolut unsicher! Sogar nach Lagerung im Kühlschrank von mehr als einer Woche sind Küken geschlüpft!
Eier kräftig schütteln und wieder unterlegen?
nein, absolut unsicher! Auch hier kennen wir Fälle, in denen Küken geschlüft sind!


Eier einfach wegnehmen?

Jein, hier scheiden sich die Geister und es muss dringend dahingehend unterschieden werden, ob es ein "ganz normales" Gelege ist oder ob die Henne Dauerbrüterin ist?


Brütet die Henne ca. 2 - 4 x im Jahr, so ist es ratsam, sie ihr Brutgeschäft auch ganz normal erledigen zu lassen. Sie kommt mit ihrem Gelege ihrem Urinstinkt nach: für Nachwuchs sorgen.
Entfernt man hier nun ersatzlos die Eier, besteht die Gefahr, dass die Henne instinktiv ihr Gelege auffüllen möchte und damit immer wieder nachlegt oder so schnell als möglich ein neues Gelege anfängt.

Brütet die Henne viel und hat mehr als ca. 4 Gelege im Jahr, so kann man wohl von sehr hoher Brutlust sprechen oder gar von einer Dauerbrüterin.
Guter Rat ist in diesem Fall schwer und es können nur Denkansätze gegeben werden:

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